Wer seinen lieb gewonnenen, langjährigen Gebrauchtwagen nicht durch Unachtsamkeit bei der Wahl der Reifen aufs Spiel setzen möchte, ihn vielleicht sogar hier als Unfallwagen verkaufen muss, weil das abgefahrene Profil auf spiegelglatter Fahrbahn nicht mehr greift, der sollte eine Grundregeln beim Reifenkauf beachten.
Selbst wenn ein Fahrzeug, beispielsweise als Drittwagen, nur wenige Kilometer im Jahr bewegt wird und sich die Reifen dabei kaum abnutzen, gilt die Faustregel: Alle sechs Jahre steht eine Reifenwechsel an. Denn Lagerung, Witterungseinflüsse, hin und wieder auftretende Straßenunebenheiten, Schnee und Streusalz sorgen für Abnutzung des Reifens, Profilminderung und Risse. Gerade wer seinen Gebrauchtwagen ganzjährig mit Allwetterreifen fährt, was sich aufgrund des überdurchschnittlichen Benzinverbrauches nur selten rentiert, sollte die Bereifung mindestens zwei Mal im Jahr auf Schäden überprüfen.
Wer auf Ganzjahresbereifung verzichtet und Winterreifen mit höherem Sicherheitsstandard für die kalten Tage wählt, sollte die Montage unbedingt durch eine Fachwerkstatt durchführen lassen, denn auch, wenn der Service mit 20-30 Euro zu Buche schlägt und nur wenige Handgriffe erfordert, zahlt man hierbei letztendlich für mehr Sicherheit, denn das fachkundige Auge des Kfz-Meisters überprüft die Reifen beim Wechsel auf Schäden, wuchtet sie gegebenenfalls aus, misst die Profiltiefe und legt Kunden einen neuen Satz ans Herzen, wenn nötig.
Je nach Modell fallen ein paar Hundert Euro an, die dazu verlocken, auf gebrauchte Reifen auszuweichen, die vielleicht nur ein Drittel der Kosten ausmachen. Problematisch, dass die Reifen meist über das Internet vertrieben werden und eine Besichtigung vorher nicht möglich ist. Kleinere Schäden lassen sich dadurch nicht ausmachen und auch der technische Standard ist oftmals überholt, da die Reifen möglicherweise schon ein paar Jahre befahren wurden. Nicht selten der Fall, dass ältere Exemplare knapp über der ihrer gesetzlich vorgeschriebenen Profiltiefe verkauft werden, um sich die Entsorgung, die in einigen Monaten anfallen würde, zu sparen. So sind Profile mit 1,7-1,8 mm Tiefe zwar noch zulässig, liegen aber weit unterhalb der vom ADAC empfohlenen Werte, die bei Sommerreifen 3mm und bei Winterreifen sogar 4mm betragen.


